Voice over IP -Ist Ihr Netzwerk dafür bereit?
Service der Netzbetreiber
Wie lange ist es her, dass Sie Ihre Telefongesellschaft angerufen haben, um einfach mal zu sagen: „Ich rufe nur kurz an, um mich bei Ihnen für den zuverlässigen Telefonservice zu bedanken.“? Man nimmt diese Zuverlässigkeit einfach als selbstverständlich hin. In Wirklichkeit arbeiten die Telefongesellschaften hart daran, eine Betriebszeit von 99,999 % zu realisieren. Diesen statistischen Wert auf VoIP-Dienste (Voice over IP – Sprache über IP), die heute auf dem Markt eingeführt werden, zu übertragen, ist eine ganz besondere Herausforderung. Können Netzbetreiber jetzt, da der Trend in Richtung IP nicht mehr aufzuhalten ist, dieses Medium einsetzen, um einen neuen qualitativ hochwertigen Dienst zu schaffen?
Wodurch zeichnen sich die Dienste der Netzbetreiber aus? Ausgehend von den Betriebszeitstatistiken muss sich der Service eines Netzbetreibers durch Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit auszeichnen. Will man eine Betriebszeit in der Größenordnung von 99,999 % realisieren, dann darf der Service nur sechs Sekunden pro Woche ausfallen. In eine VoIP-Umgebung gehören aber auch Sicherheit, Verwaltbarkeit und die Fähigkeit, direkt mit anderen Systemen zu kommunizieren. Diese zusätzlichen Faktoren sind notwendig, denn die Sprachübertragung erfolgt zusammen mit Datendiensten über Netzwerkverbindungen. Die Kommunikation von Sprachdaten kann nicht sporadisch stattfinden. Bei der Kommunikation von Sprachdaten muss kontinuierliche Verfügbarkeit gewährleistet sein, und zwar vom Beginn bis zum Ende des Gesprächs.
Wichtige Definitionen
LATENZ gibt die durch die Datenübertragung verursachte Laufzeit an. Wenn man beispielsweise einen Ball wirft, dann ist die Latenz die Zeit vom Abwurf des Balls bis zum Auffangen am anderen Ende. Bei Sprachdatenübertragungen sind lange Laufzeiten nicht akzeptabel. Bei hoher Latenz würde die Qualität der Übertragungen eher der Tonwiedergabe eines alten Funkgeräts ähneln und man müsste am Ende jedes Satzes „Ende“ sagen, um so dem Gesprächspartner das Signal zum Sprechen zu geben. In Sprachnetzwerken gilt eine Laufzeit von weniger als 150 ms als akzeptabel. Wenn zwei Partner ein VoIP-System mit hoher Latenz verwenden und sich dabei anschauen, dann ist das wie bei einem alten Godzilla-Film: Man hört den Sprecher, kurz nachdem man die Bewegungen seiner Lippen wahrgenommen hat.
VERLUST (Paketverlust) ist ein anderer nicht akzeptabler Faktor bei Sprachübertragungen. Bei einer typischen Sprachübertragung wandelt ein CODEC (Coder-Decoder) die Sprachwellen in digitalisierte Pakete für die Übertragung um. Die Pakete werden dann zur Übertragungen im Netzwerk gepackt. VoIP-Pakete transportieren sehr kleine Ausschnitte der geführten Unterhaltung, in der Regel 20 ms. Ein geringer Paketverlust beeinträchtigt die Verständlichkeit der Unterhaltung nicht sehr, aber ein Verlust von mehr als 1 % macht sich sehr wohl bemerkbar. Paketverlust kann in verkehrsreichen, überlasteten oder diskontinuierlich arbeitenden Netzwerken auftreten.
JITTER behindert die Sprachqualität ebenfalls. Auf Grund von unterschiedlichen Paketlaufzeiten kommen die Datenpakete unregelmäßig oder außer der Reihe an. Wenn VoIP in einem überlasteten Netzwerk mit diskontinuierlichem Datenverkehr betrieben wird, dann können Laufzeitunterschiede seitens der Sende- und Empfangsstationen schlechter ausgeglichen werden. Wegen des Ausgleichs von Laufzeiten werden die Sprachdaten an der Empfangsstation gepuffert. In der Tat wird die Unterhaltung so lange gespeichert, bis sich zur Wiedergabe genügend übertragene Daten für den Empfänger im Speicher befinden. TCP/IP liefert die Pakete auf der Grundlage verschiedener Verkehrswege-Algorithmen. Damit VoIP störungsfrei funktioniert, spielen aber nicht nur die Verkehrswege der Pakete eine Rolle, sondern auch Kapazität und Funktionsfähigkeit des Netzwerks. Hohe Laufzeitunterschiede führen zu unverständlichen Gesprächen. Die neuen Layer 3 Switches können das Problem mindern, denn sie sind in der Lage, die Priorisierung von Daten zu interpretieren.
SEQUENZFEHLER treten auf, wenn die Pakete an der Empfangsstation nicht in der Reihenfolge ankommen, in der sie abgeschickt wurden. TCP/IP-Pakete besitzen Positionsschlüssel. Eine Sendestation, sei es ein PC oder irgendein anderes TCP/IP-Gerät, teilt die Pakete zur Übertragung in Datagramme auf. Diesen Datagrammen wird eine Sequenznummer zugeordnet und sie Können dann verschiedene Wege durch das Netzwerk nehmen. Wenn auf Grund von Blockierung, Hardware-Versagen oder Kabelproblemen die Datenpakete häufig neu versandt werden müssen, dann erreichen sie ihr Ziel nicht in der vorgesehenen Reihenfolge. Treten viele Sequenzfehler auf, dann verschlechtert sich die Sprachqualität des Gesprächs erheblich.
Wenn man nun die oben genannten Faktoren kennt, wie wird dann der VoIP-Dienst geplant? Der Datenverkehr wird in Erlang gemessen. Diese Einheit ist nach dem dänischen Telekommunikationsingenieur A. K. Erlang benannt, der bedeutende Leistungen auf dem Gebiet der Warteschlangentheorie erbracht hat. Ein Erlang wird definiert als die Anzahl der Anrufe pro Stunde multipliziert mit der Länge der Anrufe geteilt durch 60 (Minuten pro Stunde). Diese Zahl bezieht sich auch auf Anrufversuche und Wartezeiten einschließlich all der Zeiten, in denen der Datenkanal auf Grund von Anrufen belegt ist. Digitalen Sprachsignale werden komprimiert, sodass ein Datenkanal mehrere Sprachverkehrsleitungen aufnehmen kann. Die Nebenstellenanlage (PBX – Private Branch Exchange) oder der gerade installierte Anrufmanager liefern statistische Daten über Erlangs. Bei der Auslegung eines Netzwerks muss genügend Bandbreite vorhanden sein, um die maximale Anzahl von Anrufen, mit denen das Netz beschaltet wird, abzuwickeln. Die Analyse des Datenverkehrs im Netzwerk im Hinblick auf die Belastung zeigt, dass der Datenverkehr hochdynamisch ist. An unterschiedlichen Tageszeiten werden unterschiedliche Verkehrslasten bewältigt. Wie wird ein Netzwerk nun mit diesem Wechsel fertig?
Garantierte Durchsatzrate
Bei einem typischen IP-Paket, in dem nur Daten übertragen werden, ist die Übermittlung über das Netzwerk recht einfach. Das Datenpaket wird gepackt, versendet und in Empfang genommen. Geringfügige Verzögerungen bzw. wenige Neuübertragungen werden akzeptiert. Beim Sprachdatenverkehr können aber keine Fehler toleriert werden. Für Sprachdatenpakete ist ein Mechanismus erforderlich, der sie mit höherer Priorität transportiert, damit die Übertragungen im Endeffekt garantiert ist. Heute wird dies durch Platzierung eines QoS-Bits (Quality of Service) im IP-Header realisiert. Alle IP-Header haben ein TOS-Byte (Type of Service byte). Dieses Attribut wurde vor mehreren Jahren in die Protokolle eingebaut und kürzlich umbenannt in DiffServe Code Point (DSCP) Feld. Quality of Service (QoS) ist ein Begriff für eine Serie von Parametern in Bezug auf Übertragungen sowohl im Verbindungsmodus (TCP) als auch im verbindungslosen Modus (IP), denn diese Übertragungen sorgen für die Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Übertragungsqualität und der Serviceverfügbarkeit. Dazu gehören maximale Verzögerungszeit sowie Durchsatz und Reihenfolge der zu übertragenden Pakete. Die ersten Bits des ToS-Bytes werden mit QoS-Informationen besetzt. Die Syntax ist spezifiziert durch den Standard H.323 (ITU - International Telecommunication Union). Dieser legt fest, wie Audio-, Video- und Datenverkehr innerhalb eines IP-Netzes transportiert wird. Diese Übertragungen können CCTV (Closed Circuit Television), Videokonferenzen, VoIP usw. sein. Neue Standards werden zurzeit entwickelt, bei denen SIP (Session Initiation Protocol – Protokoll zur Initiierung von Sitzungen), MGCP (Media Gateway Control Protocol – Protokoll zur Überleitungssteuerung von Endgeräten) und Magaco/H.248 verwendet werden. Diese werden später in diesem Artikel erläutert.
Bei einem Telefongespräch über PSTN (Public Switched Telephone Network – öffentliches Telefonwählnetz), bei dem der Anrufende eine Nummer wählt, wird eine Schaltung zwischen dem Anrufenden und dem Empfänger hergestellt. Diese Schaltung bleibt über das gesamte Gespräch hinweg bestehen, und zwar so lange, bis das Telefon wieder in die Ablage eingehängt wird. Die Schaltung wird auch dann aufrechterhalten, wenn Stille in der Leitung herrscht. Bei IP-Übertragungen gibt es keine Schaltung als solche. Die Pakete werden über ein Netz zur Empfangsstationen transportiert. Wenn der Anruf außerhalb des Netzwerks erfolgen soll, dann wird das Gespräch immer noch zu dem Punkt geleitet, zu dem die Nebenstellenanlage (PBX) oder die Überleitungsstelle (Gateway) den Anruf in ein PSTN leiten. Zum Gateway gehört typischerweise ein Gatekeeper, der die Priorisierung von Sprach- und Videodatenverkehr handhabt. Dabei wird diesen Übertragungen eine höhere Priorität eingeräumt, um die Qualität beim Empfänger garantieren zu können.
Hätte ein Netzwerk unbegrenztes Bandbreitenpotenzial, dann wäre die QoS kein Thema. Heute werden in den Netzen aber Dokumente, Anwendungen, E-Mails, Sicherungsdateien und eine Vielzahl anderer Daten übertragen. Wenn noch Sprachdatendienste hinzukommen, sind weitere Überlegungen erforderlich. Um die QoS in einem System zu gewährleisten, muss man sich mit der Struktur des Netzwerks befassen. Anwendungen und Geräte müssen in der Lage sein, das QoS-Bit zu setzen und zu lesen bzw. die anderen Transfermechanismen zu erkennen, falls andere Standards verwendet werden. Es würde keinen Sinn ergeben, dem System diese Leistungsfähigkeit zu verleihen, wenn die Geräte an den Rändern der Netzwerke, wie z. B. Router, diese Anforderungen nicht verstehen würden bzw. die Priorisierung der Anforderungen nicht vornehmen könnten.
Überwachung des Datenverkehrs
Es gibt verschiedene Anwendungen, die so genannten Verkehrsformer, die heute auf dem Markt erhältlich sind. Die Funktionsweise diese Anwendungen ähnelt stark einem Verkehrspolizisten. „Weniger wichtiger“ Datenverkehr wird verlangsamt und Datagramme, die eine höhere Priorität besitzen, werden vorrangig transportiert. Bei diesen Anwendungen besteht jedoch das Problem darin, dass sie bei einem Ausfall den Ausfall des gesamten Netzwerks zufolge haben können. Auch hinsichtlich der Skalierbarkeit von Netzen können Probleme auftreten, wenn der Datenverkehr durch eine bestimmte Anzahl von Geräten fließt. Routers und Switches der Schicht 2 des Gesamtnetzes, die mit diesem Bit kommunizieren können, bieten sowohl Redundanz und in der Zukunft auch Mehrpunkt-Übertragungen. Bei den Switches der Schicht 2 hat das IEEE (Institute of Electrical and Electronic Engineers) zwei Standards entwickelt (802.1p und 802.1q) um Dienstgüte zu gewährleisten.
Ein in 802.1p einsetzbarer Switch der Schicht 2 kann innerhalb der MAC-Schicht LAN-Pakete entsprechend ihrer Verkehrsklasse gruppieren. Es gibt acht festgelegte Klassen, die Netzwerk-Manager ihrer spezifischen Anwendungen zuordnen. Der höchste Wert ist Priorität sieben. Dieser wird im Allgemeinen für die Kommunikation von Router zu Router verwendet und für Weginformationen innerhalb des Netzwerks. VoIP, Videokonferenz-Schaltungen und andere Anwendungen, bei denen die Laufzeit eine wichtige Rolle spielt, machen von den Werten fünf oder sechs Gebrauch. Niedrigere Nummern werden für anderen Arten des Datenverkehrs eingesetzt, beginnend mit Multimedia-Anwendungen bis hin zum so genannten „verlustberechtigten“ Datenverkehr. Diese Switches müssen auch in der Lage sein, Mehrpunkt-Datenverkehr zu verstehen. In dem Anwendungsplan zeigt der Wert Null an, dass kein Wert gesetzt wurde.
Es ist Aufgabe der LAN-Administratoren, dass Setzen dieser Bits in ihren Anwendungen zu bestimmen. Mit den neuen Switches der Schicht 3 und den Routing-Möglichkeiten kann diese Aufgabe auf der Adressebene innerhalb der Router-Tabelle vorgenommen werden, wodurch weniger oder keine Datenverkehrs-Former bzw. komplizierte Zuordnungstabellen benötigt werden. Mit dem Standard 802.1q können Netzwerk-Administratoren größere LANs in kleinere Segmente oder VLANs (Virtual Local Area Networks - Virtuelle Lokale Netzwerke) aufteilen.
DiffServe – eine weitere QoS-Methode
Eine weitere Methode zur Feststellungen der QoS besteht darin, ein DiffServe-Bit (Differentiated Services Differenzierte Dienste) zu setzen (dies ist in der Tat eine konstruktiv bessere Methode). Die ersten Bits des TOS-Byte (Type of Service) bzw. DSCP-Feldes (DiffServe Code Point) im IP-Kopffeld werden mit Hilfe von einem der drei Sprung-Mechanismen gesetzt. Ein Sprung ist eine Paketbewegung vom Absendepunkt zu einem anderen Punkt (Router zu Router, Router zu Switch usw.). Der Vorteil dieses Bits besteht darin, dass es von allen Geräten der Schicht 3 im ganzen Internet einschließlich der Router und Switches der Schicht 3 gelesen werden kann. Es ermöglicht, dass der Datenverkehr über verschiedene Wege fließen kann, bis er seinen Zielort erreicht. Dieses Bit wird als Anfrage von der den Service startenden Anwendungen gesetzt. Um die Qualität der Gesamtverbindung zu gewährleisten, müssen sich alle Router und Switches innerhalb der vorgegebenen Datenwege an diese Einstellung halten und die Datenpakete entsprechend transportieren. Das Bit kann bei jeder Domäne neu gesetzt werden, wenn das Datenpaket in diese Domäne einfließt.
Es gibt fünf Kategorien von Diensten, die in den DiffServe-Codes vorgesehen sind:
- Relative Markierung der Priorität
- Dienst-Markierung
- Etiketten-Austausch
- Integrierte Dienste/Ressourcenreservierungsprotokoll
- Statische, abschnittweise Klassifizierung
Andere Standards
SIP – Session Initiation Protocol (Protokoll zu Sitzungsinitiierung)
Das von IETF (Internet Engineering Task Force) in RFC 2543 (Request for Comments) vorgeschlagene SIP- Protokoll ist ein Protokoll der Anwendungsschicht, mit dem die oben beschriebenen Beschränkungen von H.323 QoS und DiffServe beseitigt werden sollen. H.323 wird in einem verbindungslosen Modus betrieben, bei dem für die Dauer des Gesprächs keine durchgehende Sitzung oder „Schaltung“ geschaffen wird. Mit dem SIP-Protokoll werden die Sitzungen aufgebaut. Es enthält Daten zum Standort des Nutzers, zu Verfügbarkeit, Umleitung und Mehrbenutzerfunktion (Konferenz) in Schicht 7 (der Anwendungsschicht) des OSI-Protokollprofils. Darüber hinaus ermöglicht das SIP-Protokoll die Kommunikation zwischen VoIP-Überleitungsstellen, Nebenstellenanlagen (PBX) und anderen Kommunikationsmedien, sodass das System skalierbarer wird. Dies wird mit den folgenden Protokollen erreicht:
- RSVP (Resource Reservation Protocol – Protokoll zur Reservierung von Ressourcen)
- RTP (Real-time Transport Protocol – Echtzeit-Transportprotokoll)
- RTSP (Real-time Streaming Protocol – Echtzeitprotokoll)
- SAP (Session Announcement Protocol – Protokoll zur Dienstbekanntgabe)
- SDP (Session Description Protocol – Protokoll zur Sitzungsbeschreibung)
Das SIP-Protokoll hat einen kleineres Abschnittskopffeld, denn es werden dieselben Kopffeld- Informationen wie bei HTTP verwendet. Und da es außerdem verbindungsorientiert ist, sind Mehrpunkt-, Punkt-Punkt- und andere verbindungsabhängige Gespräche zuverlässiger, als wenn sie nur auf QoS beruhen würden. Das Protokoll enthält die Informationen zur Namenszuordnung und Umleitung, so dass eine einzige URL (Universal Resource Locator) genügt. Somit ist es möglich, eine Person durch die Eingabe ihrer E-Mail-Adresse anzurufen.
MGCP – Media Gateway Control Protocol
Dieses von IETF in RFC 2705 vorgeschlagene Protokoll bezieht sich auf die Konvergenz der Audiosignale, die über das PSTN (Public Switched Telephone Network) zu den Datagrammen, die im Internet unterwegs sind, übertragen werden. Es bezieht sich auf die Kommunikationsmethode zwischen MGC (Media Gateway Controller) und Media-Gateways unter Verwendung von SGCP (Simple Gateway Control Protocol – Einfaches Gateway- Steuerungsprotokoll) in Kombination mit IPDC (IP Device Control – IP-Gerätesteuerung). Es funktioniert in einer Master-Slave-Konfiguration. Dieser Standard verliert mit dem Aufkommen des Megaco/H.248-Standards allerdings an Bedeutung.
Megaco/H.248
Dieser Standard wird von der für Standardisierung der Telekommunikation zuständigen Arbeitsgruppe 16 der ITU (International Telecommunications Union) unterstützt sowie von Megaco, einer Untergruppe der IETF. Dieser Standard spezifiziert Protokolle für alle Geräte und unterteilt die Funktionen der Überleitungsstellen in Unterfunktionen. Er ermöglicht es auch, dass die Geräte zusammen mit den „taktgesteuerten“ PSTN-Geräten betrieben werden können. Auf diese Weise werden Anrufvermittlungsverfahren preiswerter.
Sprache per IP - Ist Ihr Netzwerk bereit?
Auf diese Frage gibt es keine schnellen Antworten. Zunächst muss man erst einmal planen. Legen Sie die Anforderungen an Ihr Netzwerk fest, den Betriebszustand Ihres Netzwerks und die Infrastruktur, den Lieferanten, mit dem Sie zusammenarbeiten werden, und die Prioritäten in Bezug auf die Anwendungen, die auf Ihrem Netzwerk laufen. Zu VoIP zu wechseln, ist, als würde man ein Haus bauen. Das wäre nicht viel wert, wenn die Pläne nicht gut entworfen werden. Und selbst die besten Pläne nützen nichts, wenn die Hardware nicht darauf abgestimmt ist. Es ist nicht einfach so, dass man ein VoIP-System über ein bestehendes Netzwerk stülpen kann. Gewiss kann das Bedürfnis bestehen, ältere Elektronikkomponenten auszutauschen, wenn beispielsweise Hub-Stationen mit mangelnder Intelligenz und veraltete Technik im Netzwerk existieren. Ältere Varianten der Switches der Schicht 2 und der Schicht 3 müssten vielleicht ausgetauscht werden, wenn sie die Datenpakete nicht mehr korrekt durch das Netz leiten können.
Andere Schlüsselfaktoren, die in die Überlegungen einbezogen werden sollten, beziehen sich auf die Frage, ob Ihre Systeme offen genug sind, um später noch verschiedene Telefone an Ihr Netzwerk anzuschließen. Sicherlich bestehen Kostenvorteile, insbesondere dann, wenn ein Unternehmen in verschiedenen Staaten mehrere Büros unterhält. Die IP-Telefonie unterliegt keiner Tarifierung, d. h. es werden für die Anrufe keine Gebühren abgerechnet. Hinsichtlich ihrer Rentabilität sind diese Systeme also durchaus attraktiv. Es ist nur in Ihrem besten Interesse, Ihren Telefonanbieter anzurufen und nachzufragen, welche VoIP-Dienste in den nächsten Monaten angeboten werden sollen. Der neueste Trend aufseiten der Telefongesellschaften ist es, sich zu ELECs (Ethernet Local Exchange Carrier – örtliche Ethernet-Netzbetreiber) zu entwickeln. Dadurch bräuchten Sie dem Betreiber des öffentlichen Telefonwählnetzes keine Überleiteinrichtung (Gateway) zur Verfügung zustellen, denn diese Komponente würde Ihre Telefongesellschaft bereitstellen. Wenn geplant ist, diese Dienste anzubieten, dann finden Sie heraus, welcher Standard verwendet werden soll und treffen dann Ihre Entscheidung.
Die Infrastruktur überarbeiten
YNoch vor Jahren wurden alle Netze mit einer Verkabelung der Kategorie 5 (CAT5) betrieben, und Telefone sogar nur mit CAT3 oder darunter. Die Infrastruktur war eine Komponente der Netzwerkumgebung, die einmal installiert und dann "vergessen" wurde – solange natürlich nicht eine Erweiterung anstand oder ein Ausfall auftrat. Die Verkäufer von Elektronikkomponenten verlangen zwar eine bestimmte Kategorie von Kupfer- oder Glasfaserkabeln, aber – und das vergessen die meisten Nutzer oft – Netzwerkverkabelung ist nicht gleich Netzwerkverkabelung. Darüber hinaus kann ein Netzwerk durch unsachgemäß oder unzureichend installierte Infrastrukturen ernsthaft behindert werden. Dies soll an folgendem Beispiel veranschaulicht werden: „Man kann zwar immer schnellere und immer teurere Autos kaufen, aber wenn die Straße nicht gut in Schuss ist, dann wird man nicht lange Freude daran haben.“ Und natürlich würden diese Autos auch nicht mit den Geschwindigkeiten fahren, die sie eigentlich erzielen könnten. Dies trifft auch auf Ihr Netzwerk zu.
Neuinstallationen werden im Allgemeinen mit Kabeln der Kategorie 6 (CAT6) vorgenommenen, und Kategorie 7 (CAT7) ist bereits erhältlich. Das Kupfer-Verkabelungssystem mit 10G wurde für diesen Verwendungszweck geschaffen, und die Glasfaser-Verkabelung mit 10G wurde bereits genehmigt. Weitere Informationen über diese Standards finden Sie auf unserer Website unter den Produktinformationen zu 10G ip™.
Es gibt noch viele andere Anwendungen, die über Ihr Netzwerk laufen können, und es werden täglich mehr. Die Kosteneinsparungen, die Unternehmen dadurch erzielen, machen diese Anwendungen immer beliebter. Welche Schritte sind in die Wege zu leiten? Zunächst sollten Sie dafür sorgen, dass ein zertifizierter Installateur die Verkabelung in Ihrem Unternehmen prüft. Anschlüsse, Kabelwege und Beschriftungen sollten ALLE anzuwendenden Standards erfüllen. Ein guter Protokoll- oder Netzwerk-Analysator kann potenzielle Probleme herausfinden. Darüber hinaus ist es wichtig, sicherzustellen, dass Ihr Verkabelungssystem den heutigen Standards entspricht. Unternehmen, die in Zeiten aufstrebender Kabelstandards investiert haben, verfügen möglicherweise heute nicht mehr über ein Verkabelungssystem, das den aktuellen Standards entspricht.
Weiterhin möchten Sie vielleicht Ihre Elektronikkomponenten testen und den allgemeinen Betriebszustand Ihrer Datenverkehrswege. Stellen Sie sicher, dass Ihre Elektronikkomponenten mit Mechanismen wie QoS, DiffServe oder andere Verfahren, die bei Ihrem VoIP-System eingesetzt werden, kommunizieren können. Ihr Lieferant sollte in der Lage sein, Sie bei der Konfiguration zu unterstützen. Entfernen Sie unnötige Protokolle, die nur Bandbreite benötigen. Schließlich, und das ist am wichtigsten, überwachen Sie Ihr Netzwerk nach der Installation. Es gibt keine Alternative zu gründlicher Planung und Netzwerkverwaltung. Um einen reibungslosen Betrieb in der Zukunft sicherzustellen, empfiehlt es sich, die beste Verkabelung, die beste Anschlusstechnik und die besten Geräte zu installieren, die verfügbar sind. Einen vollständigen Abdruck dieses Artikels finden Sie unter www.siemon.com.

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